Candide Nr. 7 — 10/2013 — Analyse

Patrick Schoeck
Effizienz im kapitalistischen Wohnungsbau der Schweiz.
Die Ernst Göhner AG

Dieser Beitrag untersucht die gegenseitige Einflussnahme von Stadtentwicklungspolitik, Bauwirtschaft und Architekturdiskurs in der Produktion von Großwohnsiedlungen in der Schweiz. Gegenstand ist die Entwicklung der Normierungsbestrebungen der Ernst Göhner AG im Großraum Zürich von 1920 bis 1973. In dieser Zeitspanne wuchs das Unternehmen des gleichnamigen Eigentümers vom kleingewerblichen Fensterbauer zu einer der größten Schweizer Immobilienfirmen. Grundlage hierfür war eine beständige Anpassung von Produkten und Firmenstrategien an die gebotenen politischen und technischen Möglichkeiten. Allerdings begann das Unternehmen ab den 1960er-Jahren, Planungsaufgaben selbst zu steuern, um ein umfassendes Normbausystem umzusetzen. Damit leistete die Ernst Göhner AG einerseits einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Schweizer Agglomeration; andererseits gerieten das Unternehmen und seine Elementbauproduktion ab 1972 ins Epizentrum der gesellschaft-lichen Kritik am Bauwirtschaftsfunktionalismus und der liberalen Planungspolitik in der Schweiz.

Candide Nr. 7, 10/2013

Seiten 89–112

From/Aus: Brochüre/Brochure Ernst Göhner AG,  ca. 1967
From/Aus: Brochüre/Brochure Ernst Göhner AG, ca. 1967
Archiv/Archive: Patrick Schoeck.

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