Candide Nr. 2 — 07/2010 — Projekt

Angelika Schnell
Die sozialistische Perspektive der XV. Triennale di Milano.
Hans Schmidts Einfluss auf Aldo Rossi

Für die Architekturgeschichtsschreibung ist klar, dass der Name Aldo Rossi für die Überwindung der Nachkriegsmoderne steht, da durch seine Theorie einer Architettura Razionale die Aufmerksamkeit wieder auf tradierte, die Zeiten überdauernde Architekturformen und -typen gelenkt wurde. Doch dies ist nur eine Seite von Rossis Theorie. Als Marxist sah sich Rossi auch einem historischen Modell verpflichtet, welches Architektur als Produkt von spezifisch gesellschaftlichen Widersprüchen erklärt. In seinen theoretischen Schriften artikulieren sich deshalb verschiedene, zuweilen schwer vereinbare Einflüsse. 1973, im Jahr der Triennale di Milano, steht er deutlich unter dem Einfluss von Hans Schmidt und der Idee der sozialistischen Stadt, was sein kaum wahrgenommener Einleitungstext zum Ausstellungskatalog offenbart. Der vorliegende Aufsatz untersucht dieses bisher wenig erforschte Verhältnis anhand der Einleitung von Rossi sowie anhand der Schriften Hans Schmidts, die ein neues Licht auf Rossis Typusbegriff werfen.

Candide Nr. 2, 07/2010

Seiten 33–72

Hans Schmidt, Hochhausstudie für ein Kulturzentrum in Basel, 1952/53.
Hans Schmidt, Hochhausstudie für ein Kulturzentrum in Basel, 1952/53.
Mit freundlicher Genehmigung: gta Archiv, ETH Zürich

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