Candide Nr. 5 — 03/2012 — Begegnung

Ian Pepper
Berührungslinie 1: Maillart Serra.
„Maillart Extended“ oder Nördling umgestülpt? Eine exakte Phantasie.

Der Autor eröffnet seine kritische Archäologie der Ideologie der Nachkriegsavantgarde mit einem ersten Schnitt am Standort von Bildhauer Richard Serras „Erweiterung“ eines Schweizer Eisenbahnviadukts aus dem 19. Jahrhundert, der in den 1920er Jahren von Bauingenieur und Brückenbauer Robert Maillart modifiziert wurde. Im Gegensatz zum vorherrschenden orthodoxen Ansatz, der Serras Skulpturen „phänomenologisch“ liest, als radikal abstrakte Interventionen in den Wahrnehmungsraum des physisch anwesenden Betrachters, wird Maillart Extended hier als ein „allegorisches“ Werk interpretiert – oder als ein dialektisches Bild, das die radikale Unvereinbarkeit zweier gegensätzlicher ideologischer, ästhetischer und materieller Paradigmen verkörpert.

Candide Nr. 5, 03/2012

Seiten 9–40

Richard Serra, “Maillart Extended”, 1988.
Richard Serra, “Maillart Extended”, 1988.
Copyright VG Bild-Kunst Bonn/Werner Hannapel.

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