Candide Nr. 3 — 12/2010 — Analyse

Amy Kulper
Begegnung mit der Liste.
Georges Perec und das Archiv als Raumparadigma

Archive, Listen und Taxonomien sind zentrale Elemente der Erzählstruktur in den Schriften des französischen Schriftstellers und Filmemachers Georges Perec. Für ihn, der den Drang nach Errichtung einer räumlichen Ordnung überwindet, sind sie der Ort literarischer Erfindung. Durch die Analyse von Perecs Raumerzählungen und insbesondere den Übergang von Taxonomie zu Archiv, der seinen Werken Träume von Räumen (1974) und Das Leben. Gebrauchsanweisung (1978) innewohnt, umreißt Kulper drei Strategien, welche Architekten von Perecs Herangehensweise lernen können. Sie können erstens lernen, wie man die schöpferische Kraft der Klassifikation einsetzt, um Kategorien zu verorten. Zweitens können sie das Potenzial erschließen, das dem Akt der Namensgebung innewohnt und drittens können sie von Perec lernen, wie man aus der empirischen Beobachtung den Stoff für Figuren gewinnt.

Candide Nr. 3, 12/2010

Seiten 137–167

Georges Perec, Träume von Räumen.
Georges Perec, Träume von Räumen.
Mit freundlicher Genehmigung: The Penguin Group.

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